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50 Jahre vergehen wie im Flug. Das wird klar, wenn sich Sportveteranen treffen und die alten Zeiten aufwärmen. Beim Hellas-99 war es mal wieder so weit, als sich der einstige Oberliga-Wasserballer und gute Brust- und Kraulschwimmer Burkhard Ludwig nach Jahrzehnten der Abstinenz im Freibad an der Johanniswiese blicken ließ.

Denn dieser hatte sich vor einigen Wochen bei seinem 75. Geburtstag gewünscht, dass seine Freunde und Bekannten für die Jugendarbeit des Hellas-99 spenden. "Das war die schönste Zeit für mich", schwärmte er in seinem Rückblick auf die wilden Geschichten in den 60er und 70er Jahren, die er zusammen mit seinen alten Weggefährten Günter Kirchner, Wolfgang Schütze, Hermann Kühle, Reiner Pröving und Reinhard Hieckmann nochmal Revue passieren ließ. Burkhard Ludwig war so talentiert, dass ihm Germania Braunschweig in den 60er Jahren sogar eine begehrte Lehrstelle organisierte, damit er in die Löwenstadt wechselte. "Danach kam ich aber gleich zurück."
Erinnerungen wurden ausgetauscht, und die Jowiese war genau der richtige Ort dafür. Denn einst kehrten die Wasserballer nach dem Training am Donnerstag immer zum Stammtisch im benachbarten Studio 21 ein, dem legendären Tanzlokal auf der gegenüberliegenden Seite der Innerste. Mitten in der Nacht kamen die jungen Herren zurück, kletterten über den Zaun und schwammen einen aus, wer denn jetzt die Runden bezahlte. Das ging so lange gut, bis der damalige Schwimmmeister Heino Lübke mit dem Megaphon kam und die übermütige Schar aus dem Becken zitierte. Unvergessen auch Wasserballtrainer Petar Josic, der in den 70ern bei Auswärtsfahrten im Hotelflur immer das erste Zimmer nahm und die Tür offen ließ, damit seine Spieler nachts nicht stiften gehen konnten.
Hellas-99-Vorsitzender Jan Heinemann und Jugendtrainer Heiko Ropers hörten belustigt zu, an welche Späße sich die Senioren noch so erinnerten. Sie freuten sich auch über die Rückkehr Burkhard Ludwigs in die Reihen des Vereins. Denn vor 40 Jahren hatte er einen "schweren Fehler" begangen und war "aus heute nicht nachvollziehbaren Gründen" ausgetreten. Nun kommt er zurück als "aktives Mitglied", auch wenn er nicht die Absicht hat, wieder ins Wasser zu steigen.
Jan Heinemann bedankte sich nicht nur bei Burkhard Ludwig mit einer Chronik für die Spende und den Neueintritt, er nutzte die Chance, um Günter Kirchner im illustren Kreis den goldenen Ehrenbrief für 70 Jahre Treue zu überreichen. Der heute 84-jährige Rentner hat sich doppelt verdient gemacht um den Hellas-99: einst als erbarmungsloser Abwehrspieler im Wasser und später als Maurer, als seine Fähigkeiten in den 90er-Jahren bei der Modernisierung der Klubhäuser unverzichtbar waren. Den Ehrenbrief schaute er sich etwas fragend an. "Ob ich den annehmen kann? Ihr habt mich mit h geschrieben", sagte er zum verdutzten Vereinsvorsitzenden, der den Namen aus der Kartei gezogen hatte. Dort soll bei Günt(h)er Kirchner der überflüssige Buchstabe nach sieben Jahrzehnten endlich gelöscht werden.

Bild: Klönten in der Jowiese über wilde Jahre im Hellas-99: Reiner Pröving, Wolfgang Schütze, Günter Kirchner und Burkhard Ludwig (sitzend von links), dahinter stehen Reinhard Hieckmann, Hermann Kühle sowie Vorsitzender Jan Heinemann und Jugendtrainer Heiko Ropers. Foto: rwe

   
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