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Ein wenig Wehmut weht über der Pokalendrunde der Hellas-99-Wasserballer auf Sylt. Linkshänder Fynn Schütze schnürt auf Westerland das letzte Mal die gelb-rote Kappe. Der A-Kader-Athlet wechselt zum 1. August zum neuen Deutscher Meister Waspo 98 Hannover.

„Ich freue mich riesig auf das Turnier, es ist ein würdiger Abschied“, sagt der 19-jährige Hildesheimer, der in den vergangenen zwei Jahren über ein Zweitstartrecht für die White Sharks Hannover in der Bundesliga spielte und vier Monate über ein USA-Stipendium für die Universität Irvine erfolgreich war.
Doch Amerika ist abgehakt. Der Hellene hat sich für den Einstieg als Wasserballprofi in Deutschland entschieden – auch wenn das Profi dasein hierzulande nicht zu vergleichen ist mit dem eines Fußballers oder Handballers. Eine Wohnung, ein Auto und etwas Haushaltsgeld stellt der Klub zur Verfügung. Fynn Schützes Wahl fiel auf Waspo 98, die neue Nummer eins in Deutschland. Die Hannoveraner gewannen Anfang Juni das Play-off-Finale gegen Spandau 04 Berlin. Fynn Schütze: „Das hat mich gefreut und es zeigt mir, es ist die richtige Entscheidung.“
Auf ihn wartet nun eine neue Qualität, er spielt mit Weltklasseleuten wie Darko Brguljan und Alexander Radovic aus Montenegro zusammen, nächstes Jahr ist Hannover als Gastgeber für das Final-8-Turnier der Champions League gesetzt. „Die garantierte Teilnahme dort war für mich ein wichtiges Argument.“
Seine A-Kader-Ambitionen ruhen allerdings in diesem Sommer. Fynn Schütze, der derzeit als Rettungsschwimmer im Freibad Jowiese arbeitet, fährt nicht mit zur Europameisterschaft. „Dafür bin ich ehrlich gesagt nicht fit genug“, sagt der Hellene.  Bundestrainer Hagen Stamm hatte ihn am Telefon über seine Entscheidung informiert. „Mit der kann ich auch gut leben.“ Wenn das A-Team sich ab Herbst auf die Weltmeisterschaft vorbereitet, will der Hildesheimer wieder dabei sein.
Doch zunächst muss er sich beim Meister beweisen, wo er sich auf Dauer einen Platz in der Stammsieben erhofft. Ein 1,98 Linkshänder mit seiner Wurfstärke dürfte Trainer Karsten Seehafer dabei helfen, den Titel zu verteidigen.  „Er ist ein Talent und wird seinen Weg machen, wenn er gesund bleibt und kontinuierlich trainiert.“ Ob es für einen Stammplatz reicht, ist eher ungewiss. Sein neuer Coach will davon gar nichts wissen. Karsten Seehafer: „Auf unserem Niveau ist das Spiel so schnell, da brauchst du 13 Leute.“
Und die müssen alle was tun. Drei Einheiten sind es für den Hildesheimer ab Mitte August jeden Tag, morgens Krafttraining und Schwimmen, abends geht es nochmal ins Wasser. Alles im Kreis gestandener und erfahrener Athleten. „Das ist sicher nochmal anspruchsvoller als in den USA“, sagt Fynn Schütze, der sich nun ganz auf Wasserball konzentrieren kann. Er will später einmal Mediziner werden wie sein Vater, doch einen Studienplatz bekommt er vermutlich erst in sechs Jahren.
Das liegt alles weit weg in der Zukunft. Jetzt freut sich der 19-jährige Wasserballer auf das Turnier in der „Sylter Welle“ und will sich dort würdig vom Hellas-99 verabschieden. Vielleicht am Sonntag mit dem Nordpokal im Arm. Fynn Schütze: „Das wäre ein schöner Abschluss.“

Bild: Der Startrechtswechsel ist unterschrieben: der Hildesheimer Fynn Schütze mit Waspo-98-Trainer Karsten Seehafer.
 

   
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